14 Kanuten vom Kanu-Club Wertheim und einer vom Kanu Club Leipzig im Alter von 14 bis 68 Jahren trafen sich in Haslach am Grüntensee im Allgäu auf dem Campingplatz Wertacher Hof, um an den Wildwasserkurs unter der Leitung von Michael Kritzler und Christine Kneucker beide vom KCW teilzunehmen. Noch am ersten Abend nach dem Eintreffen und dem
gemeinsamen Abendessen wurde die Signalsprache die beim Wildwasserpaddeln
unbedingt erforderlich ist, die sich aus Hand- und Armzeichen sowie Arm-
und Paddelstellung zusammensetzt, anhand von Piktogrammen erklärt
und einstudiert. Außerdem wurden die Boote und Ausrüstung auf
ihre Tauglichkeit und die vollständige Sicherheitsausausrüstung
von jedem einzelnen überprüft. Am nächsten morgen ging die Fahrt zur Tannheimer
Vils. Auf der 8 km langen Strecke zwischen dem Vilsfall und Vilstalmühle
herrscht je nach Wasserstand ein Schwierigkeitsgrad von Wildwasser Stufe
(WW) I bis II, wobei genau im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich
auf einer Länge von ca. 500 Meter bis zu WW III+ sein kann. Nachdem alle mit Neoprenanzug Schwimmweste und
Schutzhelm ausgerüstet waren und ihre Spritzdecke von den Booten
geschlossen und ihr Paddel in die Hand genommen hatten ging es in zwei
Gruppen auf die abenteuerliche Fahrt. Zuerst wurde bei leichtem Wildwasser die Paddeltechnik,
das Kehrwasserfahren, Seilfähre, queren des Baches von Ufer
zu Ufer mit Hilfe der Gegenströmung, die Paddelstütze, sowie
das Retten bei Kenterung mit dem Wurfsack an den verschiedenen Stromschnellen
die der Wildwasserbach zu bieten hat, praktisch geübt. An der schwierigsten Stellen angekommen mussten
alle aussteigen und sich die Stellen erst vom Ufer anzuschauen um dann
für sich selbst zu entscheiden ob sie sich es trauen weiterzufahren
oder zu um tragen. Bei dieser Entscheidung wurden sie von den Fahrtenleitern
beraten. Die ganz Mutigen, darunter auch die zwei 14 Jährigen
Tristan Hopf und Martin Färber vom KC Wertheim und der 15 Jährige
Marcel Schupke vom KC Leipzig, der wegen sportlicher Leistung im Wanderkanusport
extra schulfrei bekommen hat, durften dann mit Begleitung des Trainers,
diese Stelle befahren. Die anderen Teilnehmern standen, mit Wurfsack und
Rettungsseil ausgerüstet, am Ufer um bei einer Kenterung dem Schwimmenden
den Wurfsack zuzuwerfen und ihn dann ans Ufer zu ziehen. Zwei von acht Teilnehmern kamen nicht gegen die
Macht der Natur an und kenterten. Dabei stellten sie auch fest, dass die
im Winter in der Kleinschwimmhalle erlernte Kenterrolle noch nicht perfekt
ist und mussten aus ihren Booten aussteigen, das auch immer wieder geübt
wurde. Beide konnten sich selbst an das Ufer retten.
Mussten aber bergsteigerisches Können an den Tag legen um wieder zur
Gruppe zurück zu kommen. Das Schwierigste war dann, die herrenlosen
Boote aus dem Wasser zu bergen, die sich, weiter flussabwärts, unter
einem quer liegenden Baum verkeilt hatten. Als alle wieder fit waren ging
es ohne weitere Probleme bei WW I bis II bis zur Ausstiegsstelle weiter. Am zweiten Tag ging es auf die Wertach wo bei
Flusskilometer 122.2 eingesetzt wurde. Hier konnten alle noch einmal auf
dem 14 km langen Abschnitt bei WW I bis II die Techniken zum Wildwasser
fahren üben. An der Ausstiegsstelle an der Straßenbrücke
Görisrieder Wald angekommen und bei einer, mit einer Brotzeit verbundenen,
Abschlussbesprechung trat jeder wieder seine Heimfahrt an. Alle haben sehr
viel Neues gelehrt, auch die alten Hasen im Wildwasser Fahren, die feststellten,
dass die neuen Bootstypen ein ganz anderes Verhalten haben, wie die vor
20 und mehr Jahren selbst gebauten Boote. Horst Reichtomann
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Tannheimer Vils Einstieg |
Vils die Schlüsselstelle mit Michael, Martin und Marcel |
Christine |
Charlotte |
Das Boot von Martin fängt der Baum auf |